Belastungen begegnen – Unser Jahresthema im Mittelschulseminar

Bereits im 2. Jahr werden an unserer Mittelschule Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter unter der Leitung von Seminarrektor Heiko Reichert auf ihre 2. Staatsprüfung vorbereitet. Alle jungen Lehrkräfte konnten dabei erfolgreich ihre Prüfungen ablegen und sind demzufolge als voll ausgebildete staatliche Lehrkräfte ab sofort im Einsatz. Die neuen Lehrer dürfen nun mit einem Stundendeputat von 27 Unterrichtsstunden an bayerischen Mittelschulen unterrichten – häufig bereits schon als Klassenleiter.

 Auf dem Weg dorthin mussten die jungen Kolleginnen und Kollegen eine Reihe von Prüfungen im unterrichtspraktischen aber auch im schulrechtlichen sowie staatsbürgerlichen Bereich ablegen.

„Lernen aus der Praxis für die Praxis“ – diese Grundthese spielt gerade im Lehrerberuf eine entscheidende Rolle. Demzufolge waren eine Reihe von erfahrenen Lehrkräfte unserer MS Dr.-Theo-Schöller der Seminararbeit gegenüber stets sehr aufgeschlossen und lieferten wichtige Einblicke und Impulse für die verantwortungsvolle Arbeit im Lehrerberuf.

Als Jahresthema im Seminar wurde heuer der Fokus auf ´Belastungen begegnen´ gewählt. Gerade für junge Lehrkräfte ist es oftmals herausfordernd allen Ansprüchen der unterschiedlichen Aufgaben im schulischen Kontext gerecht zu werden.

Um diesen pädagogischen Anspruch möglichst gut zu erfüllen hat sich das Seminar intensiv mit dem Churer-Modell beschäftigt. Hierzu wurden unterschiedliche Seminartage auch in der Zusammenarbeit mit schulischen Experten konzipiert.

Die Unterrichtsanlage des Churer-Modells bietet die Möglichkeit, einen Unterricht zu schaffen, in welchem erfolgreiches und herausforderndes Lernen für alle möglich ist. Prof. Dr. Peter Lienhard von der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich schreibt:

«Das Bestechende am «Churermodell» ist, dass es die Basis für viele wesentliche Entwicklungen der heutigen Schule legt – sei es individualisierte Lernförderung, inklusive Schulungsform und integrative Begabungs- und Begabtenförderung.» (Lienhard 2012, S. 14)

Das Churer-Modell geht von insgesamt vier Grundvoraussetzungen aus

  • Binnendifferenzierung im Unterricht ist möglich und motivierend
  • Der Raum wird als dritter Pädagoge für das Lernen genutzt
  • Werden Inputphasen gekürzt, gewinnen Schülerinnen und Schüler Lernzeit.
  • Das Churer-Modell ist einfach umsetzbar und lässt jeder Lehrperson Raum für die persönliche Ausgestaltung

Die jungen Lehrkräfte im Seminar erprobten nun in ihrem eigenverantwortlichen Unterricht an den Einsatzschulen die Umsetzung und verspürten v.a. mittelfristig im unterrichtlichen Wirken eine Arbeitserleichterung.

„Die Klasse arbeitet viel entspannter mit…“, „…der Lerndruck ist geringer…“, „…ich habe das Gefühl, dass ich viel intensiver mit dem einzelnen Schüler arbeiten kann…“ oder „…einzelne Schüler können viel besser gefördert werden und nehmen so viel mehr mit…“ sind nur einige Aussagen innerhalb der Reflexion im Seminar.

Insgesamt gesehen ist das Churer-Modell ein wunderbarer Ansatz um den herausfordernden Aufgaben mit einer sehr heterogenen Schülergruppe so gerecht zu werden, dass jeder auf seinem Niveau und in seinem Tempo Kompetenzen erwerben und dabei in einer stets angenehmen Lernatmosphäre arbeiten kann – Prädikat deshalb: Absolut lohnenswert – WIR BLEIBEN DRAN 😊

In diesem Sinne wünschen wir allen eine erholsame Sommerzeit 2024…

(Heiko Reichert, Seminarrektor)

 

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