Angst im Handgepäck – Das thevo Theater zu Gast an der Schöller

Gleich zu Beginn des zweiten Halbjahres fand an der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule ein absolutes Highlight statt. Durch eine sehr großzügige Spende des Rotary Club Nürnberg Sigena konnte wieder besondere kulturelle Bildung stattfinden. Dies ermöglichte  unseren Schüler*innen einen Theaterbesuch in unseren Hallen zu bieten – dargestellt von Schauspieler*innen des thevo Theaters.  Das thevo Theater ist durch die Kontakte zum Rotarischen Club ein langjähriger Partner unserer Schule und war auch dieses Schuljahr wieder zu Gast. Unsere Schüler*innen kamen in den Genuss von drei Vorstellungen, so dass viele Klassen von diesen Auftritten profitieren konnten. So versammelten sich an diesen Tagen von den 5. Klassen bis zu den 8. Klassen viele Schüler*innen auf den Matten und Bänken der kleinen Turnhalle und warteten gespannt, was wohl passieren würde.

Das Stück „Angst im Handgepäck“ greift das Thema „Diskriminierung“ auf und betrachtet diese von verschiedenen Blickwinkeln. So spielten die Schauspieler*innen unterschiedliche Rollen, die selbst andere Personen diskriminierten oder auch selbst Diskriminierung erfahren haben. Ein sehr aktuelles Thema, das auch im Unterricht behandelt und bereits sprachlich vorentlastet wurde. So konnten vor allem auch Schüler*innen aus den Deutschklassen, das Theaterstück gut verfolgen.

Der Darstellungsort des Stücks „Angst im Handgepäck“ ist eine Schule, in der alle Schauspieler*innen entweder Lehrkräfte, Schüler*innen oder Eltern spielten. Darunter zum Beispiel ein Schüler, der auf dem Pausenhof wegen seiner dreckigen Kleidung geärgert wird, da seine Familie unter Armut leidet. Oder eine Lehrerin, die beim Gespräch mit der Mutter eines Schülers sich negativ über die extra ohne Schweinefleisch hergestellte Bratwürste äußert.

So erfuhren die Schüler*innen im ersten Teil des Stückes, welchen Arten von Diskriminierung die unterschiedlichen Rollen ausgesetzt waren. Sie konnten alle vorgespielten Arten erkennen – so zum Beispiel tauchte die Diskriminierung aufgrund des Alters, der Hautfarbe, der Religion, des Geschlechts und viele mehr auf.

Diese wurden, wie auf dem Bild zu sehen, von den Schauspielern gleich an einer Leine gut sichtbar für das Publikum aufgehängt.

Im zweiten Teil des Stückes durften dann die Schüler*innen selbst aktiv werden. In den einzelnen Szenen konnten sie so in die Rollen der einzelnen Schauspieler*innen schlüpfen und versuchten so, die Arten der Diskriminierung zu vermeiden bzw. gut zu lösen. Dabei forderten sie Entschuldigungen ein, baten Alternativlösungen an oder vermittelten zwischen den streitenden Parteien. Für jeden Schüler*in, der/die sich getraut hatte, gab es großen Applaus.

So war zum Ende des Stückes jede Art von Diskriminierung beseitigt und die Schüler*innen erkannten, dass in ihrem Alltag in der Schule sie – vielleicht auch selbst – schon einmal diesen Diskriminierungen ausgesetzt waren oder sogar sind. Doch viel mehr haben sie gelernt, wie sie reagieren können in Situationen, in denen sie derartig unpassendes Verhalten bemerken.

Zum Schluss blieben die Schauspieler*innen noch um Fragen der Schüler*innen zu beantworten. Dies reichten von persönlichen Fragen, wie zum Beispiel nach dem Alter, bis hin zu Fragen, die die Theaterkarriere der einzelnen Schauspieler*innen betrafen. Dies machte die Schauspieler*innen noch mehr greifbar und stellt einen perfekten Abschluss für einen gelungenen Theatervormittag dar. Manche Schüler*innen blieben sogar noch länger, um ihre Fragen noch persönlich an die Schauspieler*innen zu stellen.

Im Anschluss daran haben die Klasse 7/8bg und 7/8cg Dankeskarten entworfen und gestaltet. Dabei sind wunderschöne Ergebnisse herausbekommen, die zum einen Logos gegen Diskriminierung zeigen, aber auch das „DANKE“ an die Schauspieler*innen.

Vielen Dank für diese schönen und absolut gelungenen Auftritte bei uns an der Schöller! Wir freuen uns auf nächstes Jahr und sind gespannt, mit welchem alltagnahen, aktuellem Thema das thevo Theater uns wieder begeistern wird.

Isabell Alert und Jenny Meincke

 

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